Blogserie: Führungsherausforderungen mobil-flexibler Zusammenarbeit

Herausforderungen auf der Handlungsebene

Im Blogbeitrag vom 06.12.2016 haben wir bereits auf die entscheidende Rolle der Führung bei Work Smart hingewiesen. Seit dem ist viel passiert: Im Rahmen eines White Papers haben wir die führungsrelevanten Aspekte diverser Studien systematisch zusammengestellt und mit wesentlicher Referenzliteratur ergänzt. Im Ergebnis haben wir herausgearbeitet, was im mobil-flexiblen Kontext unter Führung zu verstehen ist, welche Themen Führungskräfte beschäftigen und mit welchen Herausforderungen und neuen Anforderungen sie konfrontiert sind. Folgendes bereits vorab: Auch wenn das Thema Führung nicht bei allen Studien im Fokus stand, zeigte es sich, dass im Rahmen der Veränderungsprozesse zur mobil-flexiblen Zusammenarbeit die Führung selbst einer Veränderung unterworfen ist.

Mittels einer Blog-Serie möchten wir die Work Smart-Herausforderungen für Führungskräfte vorstellen. Die ersten Beiträge beschäftigen sich mit den Herausforderungen auf der Handlungsebene, in der konkrete Verhaltensweisen, die sich für Führungskräfte neu ergeben oder sich aufgrund der mobil-flexiblen Arbeitsweise zwangsweise ändern (sollten), vorgestellt werden. In einem zweiten Schwerpunkt diskutieren wir das Selbstverständnis der Führungskraft und zeigen, dass Führungspersonen auch weiterhin als Vorbild dienen (d.h. orientieren) und sie sich zunehmend in der Rolle des Change Moderators und Coachs (d.h. aktiv unterstützend) wiederfinden. Der dritte Schwerpunkt beleuchtet die Veränderungen in der Beziehung zwischen Führenden und Geführten durch die mobil-flexible Zusammenarbeit. Im vierten Teil gehen wir auf die organisationalen Rahmenbedingungen ein, in denen sich die Führungskraft bewegt und die auf Einführung und Steuerung von Work Smart Einfluss haben können. Wie bei einer TV-Serie hängen alle Folgen miteinander zusammen und am Ende gibt es überraschende Schlussfolgerungen, die gleichzeitig auch der Beginn einer neuen Serie zur mobil-flexiblen Führung sein können.

Herausforderungen auf der Handlungsebene

Einige der Herausforderungen und Änderungen, die sich für Führungskräfte durch mobil-flexibles Arbeiten ergeben können, lassen sich auf einer sehr konkreten, fast technischen Ebene beobachten – nämlich dort, wo es um spezifische Verhaltensweisen, Handlungen, Methoden und Techniken geht. Wir sprechen hier von der Handlungsebene und widmen uns konkret der Bedeutung des gezielten und adäquaten Einsatzes der Technologien, den Veränderungen in der Kommunikation, den Regeln in der mobil-flexiblen Zusammenarbeit sowie der Leistungsmessung von mobil-flexiblen Mitarbeitenden. Diese Herausforderungen stellen sich aufgrund veränderter Führungsaufgaben mobil-flexibler Zusammenarbeit und können mit Information, Schulung und Training recht erfolgreich bearbeitet werden.

Führungskräfte regen zum Experimentieren mit Technologie an

Nicht nur die Bereitstellung des technischen Starter Kits ist Aufgabe der Führungskraft, sondern auch das Anregen zum individuellen und gemeinsamen Erproben und Experimentieren mit den neuen Tools zur Zusammenarbeit. Zumeist ist nämlich nicht die Einführung neuer Kommunikations- und Kollaborationsplattformen die Herausforderung, sondern deren tatsächliche Nutzung. So wird zum einen geraten, v.a. in den Anfangsphasen von mobil-flexibler Arbeit Informationen auf verschiedenen Plattformen zu teilen und zu bearbeiten, um dadurch das optimale Tool für die Team- und Projektzusammenarbeit zu finden. Später können einfachere Tools den Ansprüchen zur reibungslosen Zusammenarbeit ebenfalls genügen, aber die Bandbreite an Möglichkeiten von Tools ermöglicht das Üben der Zusammenarbeit auf Distanz.

Gemeinsam im Team Fragen diskutieren, wie «Welche Informationen sind wichtig?», «Wie notiere ich sie wo bzw. welches Tool eignet sich besser?», «Wen setze ich über was in Kenntnis?» und «Mit wem muss ich mich zu welchen Themen auch mal mündlich austauschen?»

Zu viele Tools können jedoch die eigentlich gesuchte Autonomie beim mobilen Arbeiten einschränken. Eine gute Balance zwischen Tooleinsatz, mobilem Arbeiten und virtuellen Treffen muss gefunden werden. Es kommt darauf an, Technologie und gleichsam die Büroinfrastruktur so einzusetzen, dass je nach Thema ein adäquater Kommunikationskanal gefunden wird: Welche Kommunikationskanäle werden für welche Anliegen seitens Mitarbeitenden und Führungskräften genutzt? Dies kann anderen mobil-flexibel Arbeitenden als Basis und Anregung dienen. Nicht funktionierende Technologie dagegen kann die Motivation dämpfen und es kann sich auch sehr negativ auf die Kommunikation im Team auswirken, wenn bei einzelnen oder gar allen Kollegen eine zu grosse Hemmschwelle gegenüber technischen Mitteln besteht.

In der nächsten Folge behandeln wir die Zunahme und Intensivierung der Kommunikation im mobil-flexiblen Umfeld. Bis zum "Wiederlesen" in zwei Wochen schauen Sie gerne bei den aktuellen Downloads unserer Weiterbildungs-Website für Work Smart Management vorbei.

Diskutieren Sie mit