Smarter und flexibler arbeiten - so ändert sich das Lernen

Die Auswirkungen der zunehmenden Vernetzung von Daten, Maschinen und Menschen bringen nicht nur Veränderungen der Arbeitszeiten, Arbeitsorte, Arbeitsräume, Produkte und Prozesse. New Work bringt auch neue Anforderungen an Personen und Organisationen, sich mit dem Neuen Lernen auseinanderzusetzen.

In den Zeiten der Digitalisierung wachsen Arbeiten und Lernen immer mehr zusammen. Um erfolgreich smarter und flexibler zu werden, lernen wir permanent dazu. Der Trend geht zu schnellen, digitalen Lernhilfen, die kurze und gefilterte Inhalte praxisnah ausgearbeitet zeigen, sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen und einen schnellen Transfer garantieren.

Besonders wichtig ist die Antwort auf die Frage, mit welchen Kompetenzen Lehrende und Lernende ausgestattet sein müssen. Eine der wichtigsten Kompetenzen ist die immerwährende Bereitschaft, «Altes zu verlernen». Verlernen als Kunst, in der sich die gesamte Gesellschaft und nicht nur die Arbeitswelt üben muss, um die zukünftigen Aufgaben bewältigen zu können. Anhäufung von Wissen alleine wird nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse bringen. Es kann sogar das Gegenteil der Fall sein. Wer auf seine sogenannte Fachexpertise in einem Gebiet beharrt, riskiert den Tunnelblick und läuft Gefahr, sich einer Selbstüberschätzung zu nähern.

Die Technisierung brachte lineare Effizienzverbesserung der Prozesse. Durch die Digitalisierung werden die Prozesse hinterfragt und erneuert. Jetzt ist der Zeitpunkt da, dass wir bei uns selber ansetzen. Die neue Arbeitswelt lädt uns ein, unsere eigene Arbeit neu überdenken und so smarter und flexibler zu werden – oder es zu bleiben.

Mit kritischem Denken und offenem Geist wird zukünftig immer wieder jeder Einzelne für sich jene Felder identifizieren müssen, in denen sich der Abschied von altem Wissen lohnt oder gar unabdingbar ist. So entstehen neue Modelle des Lernens und das Erleben von Wissen.

Emergentes Lernen ist eines dieser neuen Lernmodelle. Beim emergenten Lernen bilden sich spontan und ungeplant Lernergebnisse heraus, allein durch die Interaktion der Lernenden untereinander. Gruppen stellen Ressourcen zur Verfügung, bestimmen die Prozesse und in gewissem Umfang die Lernziele. Sie starten selbstorganisiert mit der Interaktion in der virtuellen oder physischen Welt, folgen dabei jedoch einer Struktur, die sich auf erprobte Modelle der Zusammenarbeit stützt oder sich direkt aus der Problemstellung selbst herausbildet.

Das «Lernen vom Kollegen» wird in Zukunft immer mehr Gewicht erhalten und das hat gute Gründe: Wenn Wissen von Mitarbeitenden freiwillig weitergegeben wird, profitieren alle im Unternehmen. Um internes Wissen effizient zu nutzen und das Lernen vom Kollegen zu ermöglichen, werden Online-Tools, spezielle Plattformen und zielgerichtete Konzepte zur persönlichen Begegnung eingesetzt. Vorhandenes Erfahrungswissen vergrössert sich, wenn man es teilt, und internes Wissen wird so zum Kapital der Zukunft. Die Einbindung von Rückmeldungen der Zielgruppen eines Unternehmens erweitert den Kreis der Kollegen um die Sicht und damit das Wissen der Kunden. Erfolgreiche Unternehmen setzen deshalb auf einen regen Austausch mit ihren Communities.

 

"Was wäre ich denn, wenn ich nicht immer mit klugen Leuten umgegangen wäre und von ihnen gelernt hätte?"

Zitat Johann Wolfgang von Goethe

 

Echtzeit-Lernen, als ein weiteres neues Modell, beschreibt Lernen ohne ein allumfassendes Gerüst von Vorwissen oder Lösungen, auf die man sich bezieht. In Interaktionen miteinander werden neue Ziele und Lösungen entdeckt, die es zu verfolgen gilt. Es entsteht die Chance, direkt und unvoreingenommen festzustellen, welche Massnahmen greifen. Der Lernprozess stellt sich gleichzeitig mit der Erörterung der Probleme ein. Das stellt alte Denkmodelle infrage und zeigt, dass Lösungen aus sich heraus entstehen können. So bilden sich neue Wege des Lernens heraus.

Im notwendigen Balance-Akt zwischen Agilität und Stabilität eignen sich die ausgewählten Prinzipien der Angewandten Improvisation und des Resilienz-Trainings. Diese Methoden unterstützen und fördern das selbstorganisierte Lernen in Gruppen von Anderen. In diesen Szenarien erleben die Teilnehmenden sehr intensiv sowohl das eigene als auch fremdes Verhalten. Der Handlungsrahmen und die einzelnen Aufgaben sind so entwickelt und gestaltet, dass die alltäglichen Anforderungen und Herausforderungen aus dem Unternehmensumfeld gespiegelt werden. Damit wird möglich, dass die Inhalte in einer neuen Form des Lernens spielerisch und leicht in Teams und Unternehmen einfliessen und die Menschen in den Unternehmen können so «im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, dass und wie sie den Wandel meistern können».

Mehr zum Erleben der positiven Dynamiken in den Lernprozessen des emergenten und kollegialen Lernens und dem Echtzeitlernen am Innovations- Symposium

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