Unverwechselbar

Gedanken vor der Weiterreise

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Vor drei Jahren gab's bei mir ein "Rebranding". Inzwischen ist sehr viel gelaufen - vieles, das noch mehr anstösst. Eine eigentliche gewaltige Lawine, unerwartet wie die Schneefälle (ja genau?!) der letzten Tage.


Nun steht mir quasi wieder ein Rebranding bevor: Bald starte ich eine neue berufliche Herausforderung. Erst geniesse ich aber noch ein paar Tage Ferien. Beim Aufräumen meines digitalen Arbeitsplatzes bin ich über einen Text gestolpert. Diesen habe ich in den ersten Tagen als neue Geschäftsführerin der Work Smart Initiative geschrieben, aber nie publiziert.

Das hole ich heute nach, zurückblickend auf eine Zeit, in der "Work Smart" noch eine etwas andere Bedeutung hatte.


"Ich gebe ja zu: Das mobil-flexible Arbeiten fordert mich persönlich manchmal ganz schön heraus. Heute hier, morgen dort, den Laptop resp. "Schlepptop" immer dabei. Wenn ich - kurz vor Mittag, die Pendlerflut ist abgeflaut - auf den Zug gehe, habe ich mich im Homeoffice oftmals derart vertieft, dass ich mich kaum aus der Arbeit rausreissen kann. Nur noch kurz die Mails checken, "wer weiss was mir dann noch passiert", und knapp bevor ich zum Sprint aus dem Haus ansetze, meine sieben Sachen in aller Eile in den Rucksack packen. So geht das. 

So ist es mir auch an jenem Vormittag ergangen. Schon leicht verschwitzt sass ich dann im Zug nach Bern und wollte gerade zum smarten Arbeiten unterwegs ansetzen. Ich klappe das Notebook auf, und mir strahlt das Foto meines Mannes entgegen. Und spätestens da merke ich, dass etwas nicht stimmt. Gar nicht. Ich liebe meine Familie zwar über alles, aber mein Geschäftscomputer ist frei von deren Bildern. Ich schaue verdutzt dem grinsenden Gesicht meiner besseren Hälfte entgegen, klappe den Bildschirm herunter, und da wird es knallharte Gewissheit: Das ist NICHT MEIN Notebook! In der Hitze des Gefechts habe ich das zum Verwechseln ähnliche Gerät meines Mannes in den Rucksack gepackt. Nächster Halt Luzern - Mist. Ganz so "any device" arbeite ich nicht, weil ich manche Dinge doch noch lokal habe oder die Passwörter nicht zusätzlich abgesichert habe. Mir wird klar: Wenn ich heute noch produktiv arbeiten möchte, bleibt mir nichts anderes übrig, als im nächstmöglichen Zug nach Zug zu fahren, um mein eigenes Notebook zu holen. 

Dieses Malheur sollte mir nun eigentlich nicht mehr passieren. Denn seither klebt ein blauer, tropfenförmiger "Work Smart"-Sticker auf meinem Notebook. Ein Sticker, der mein Gerät unverwechselbar macht und zeigt, wie ich - im besten Fall - damit arbeite. Und ja, manchmal ernte ich dafür im Zug den neugierigen Blick meines Gegenübers. Bei wem "Work Smart" drauf steht, arbeitet wortwörtlich ausgezeichnet. So auch diejenigen Arbeitgeber, die die Work Smart Charta unterzeichnet haben. Damit tun sie ihre Absicht kund, mit konkreten Massnahmen neue, flexible Arbeitsformen innerhalb ihrer Organisation zu fördern. Mit Work Smart motivieren Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden und positionieren sich extern auf dem Arbeitsmarkt. Dies alleine macht ein Unternehmen zwar noch nicht unverwechselbar - inzwischen haben bereits rund 160 Firmen und Institutionen in der Schweiz [heute sind es 269, Anmerkung der Autorin] die Charta unterzeichnet. Aber sicherlich macht es sie attraktiv für junge Talente. Wenn das mal nüt isch?! Gemäss aktueller Studie von Deloitte ist für zwei Drittel der jungen Schweizer Arbeitnehmenden die Flexibilität, etwa bei Arbeitsort und Arbeitszeit, ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihres Arbeitgebers. 

Sich einen Work-Smart-Sticker aufzukleben ist ja sehr einfach. Ganz im Gegensatz zur tatsächlichen Transformation: Der Weg in eine neue Arbeitswelt ist ein steiniger. Der Effort lohnt sich aber. Es ist eine Reise, die nie endet. Von der man, smart angegangen, auch nie mehr zurückkehren möchte."

Auch bei mir geht die Reise weiter. Nächster Halt: Zug. Der Sticker kommt weg, aber das Gedankengut und die Überzeugung kommen mit. Den Farben Blau und Weiss bleibe ich ebenfalls treu. 

Zum Schluss noch drei Erkenntnisse der letzten Jahre. Sie sind einfach, aber enorm relevant. Sicher auch im aktuellen Diskurs:

  • Homeoffice? Ist nicht unbedingt flexibel. Und Flex Work ist nicht unbedingt smart. Beim Individuum geht's um Selbstbestimmung und Freiheit. Im Team zählen Abstimmung und Vertrauen.
  • Kommunikation und die Bereitschaft, immer wieder zu lernen. Diese beiden Erfolgsfaktoren für "New Work" prägen meine Vergangenheit wie auch Zukunft. Was es natürlich auch braucht: Mut.
  • "If you want to go fast go alone. If you want to go far go together." Das afrikanische Sprichwort hat's in sich. Danke, Netzwerk!


Das Netzwerk der Work Smart Initiative ist weiter für euch da. Bis meine Nachfolge bestimmt und im Amt ist, erreicht ihr die Work Smart Leader Mobiliar, SBB, Swisscom und Witzig The Office Company und unsere Partner unter info@work-smart-initiative.ch.

Hebed Sorg und ned vergässe: #weworksmart - vorwärts in ein #newworkingnormal, natürlich "mitenand"!

Gedanken vor der Weiterreise