«Jetzt braucht's Vertrauen und Mut»

«I am Howard», sagt Howard, unser neuer Work Smart Partner. Ja, aber wer steckt hinter Howard? Zum Bespiel Selina Hotz. Im Interview erzählt sie uns, was ihre Firma macht, was sie ausmacht und was sie aus der Corona-Krise lernt.

 

Selina, auf eurer Webseite fliegen einem Worte wie Skills, Innovation und Team entgegen. Auf den Punkt gebracht: Was macht ihr genau?

Selina Hotz: Howard versteht sich als «Company Builder» für eine enkeltaugliche Wirtschaft. Das heisst: Wir arbeiten an fairen und wirksamen Geschäftsideen, die mit unseren ökologischen, ökonomischen und sozialen Ressourcen so umgehen, dass auch unsere Enkelkinder noch etwas davon haben. Wir lieben neue Ideen.

Wie muss man sich das konkret vorstellen – seid ihr eine Art Geburtshelfer beim Aufbau nachhaltiger Start-ups?

(lacht) Nicht ganz, aber die Analogie ist nicht sehr weit gefehlt. Einerseits entwickeln wir komplett selber neue Start-ups, wie dies beispielsweise mit «Likemind» der Fall ist. Über Workshops, Webinare und die individuelle Begleitung von Unternehmen bietet Likemind Anknüpfungspunkte, um die eigene Zusammenarbeit effizient und sinnvoll zu gestalten. Dann gehen wir aber auch Partnerschaften ein, um gemeinsam nachhaltige Geschäftsidee zu realisieren. Es geht darum, verschiedene Kompetenzen zusammenzubringen: Jemand hat ein Problem, eine Idee, oder eine neue Technologie, und wir bringen das unternehmerische Wissen und ein breites Spektrum an Fähigkeiten mit, um diese Idee als gemeinsames Venture aufzubauen. Wir sind also nicht nur als Geburtshelfer, sondern quasi bereits davor und danach involviert.

Howard engagiert sich seit 1. Mai als Work Smart Partner. Warum gerade jetzt?

Arbeit ist das halbe Leben. Warum also einfach nur Zeit absitzen, wenn es auch so viel besser sein könnte? Bedürfnisse verschieben sich, und neue Möglichkeiten entstehen – auch für die eigene Arbeit und Organisation. Wir glauben an das Potenzial der Zusammenarbeit in der Selbstorganisation. Dieses Wissen und diese Erfahrung möchten wir nicht für uns behalten, sondern anderen weitergeben.

Wie smart arbeitet ihr selbst bei Howard?

Unsere Zusammenarbeit beruht auf gemeinsamen Werten und Prinzipien, denen ein positives Menschenbild zugrunde liegt. Bei Howard arbeiten wir selbstorganisiert und auf Augenhöhe. Wir sind gleichberechtigte Partner*innen, fällen strategische Entscheide gemeinsam im Konsent oder selbstständig im jeweiligen Verantwortungsbereich. Wer wann und wo arbeitet, entscheidet jede*r selber, aber wir schätzen unser Büro als Dreh- und Angelpunkt. Nicht zu vergessen die Dachterrasse (lacht).

Während Corona seid ihr aber wohl nicht gemeinsam vor Ort. Wart ihr auf den Lockdown vorbereitet?

Den Sprung aus dem Howard-Office in die digitale Arbeit aus den jeweils eigenen vier Wänden war für uns keine grosse Herausforderung. Papier findet man bei uns praktisch nur als Post-its. Die Kompetenzen und Zuständigkeiten bei uns sind klar, Kollaborations-Tools sind Standard und unsere Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Am meisten fehlt uns die Umarmung zur Begrüssung am Morgen. Da können leider auch die morgendlichen Check-ins und digitalen Kaffee-Dates nicht ganz mithalten.

Gerade das ist sicher eine wichtige Erkenntnis. Was sonst habt ihr aus dieser Zeit gelernt?

Diese Frage haben wir uns kürzlich zum Schluss eines Meetings selber gestellt. Die Antworten reichten von «Netzwerken und Beziehungen pflegen geht ja doch auch digital» über «sich in seinem Zuhause wohlfühlen ist extrem wertvoll» bis «das ist nun die Agilität, die alle nur als Buzzword nutzen: sich ändernden Situationen laufend anpassen können».

Anpassen müssen sich nun auch Unternehmen. Was braucht es aus deiner Sicht, damit Organisationen die Krise als Chance nutzen können – beispielsweise um derzeitige Errungenschaften wie Flexibilität und Innovation nachhaltig zu machen?

Vertrauen und eine Prise Mut, Neues auszuprobieren. Wie auch wir mussten viele Unternehmen in dieser Situation etwas erfinderisch werden. Ich hoffe, sie haben dabei nicht nur die positive Erfahrung gemacht, dass sehr viel kreatives und innovatives Potenzial vorhanden ist. Sondern, dass sie auch den Mut haben, die Grundlagen dazu auch in Zukunft weiterhin zu ermöglichen.

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Dein persönlicher Tipp, wie man im Unternehmen nicht nur flexibel, sondern auch smart arbeitet?

Zwei Tipps: Entscheidungskompetenz und Achtsamkeit. Als Unternehmen die nötigen Strukturen der Zusammenarbeit so gestalten, dass Personen auch wirklich situativ die richtigen Entscheide treffen können. Jede Person soll sich jederzeit fragen können: Ist mein Verhalten der beste Beitrag, den ich zu dieser Zusammenarbeit gerade leisten kann?

 

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