Social with Media

Was ist «Work» und ab wann beginnt «Life»? Sicher ist: Die anstehenden Feiertage sind eine prima Möglichkeit, sich im Kreis von Familie und Freunden zu entspannen und belebenden Freizeitaktivitäten nachzugehen. Und in diesem Kreis darf es dann gern auch bleiben.

Das Wort «Ausgleich» vermeide ich in diesem Beitrag bewusst, denn die geneigte Leserschaft geht hoffentlich einer Erwerbsbeschäftigung nach, die sie im Grundsatz so positiv erfüllt, dass es keines Ausgleichs im Sinne der Balance zwischen Arbeit und Leben bedarf. Und ja, die Übergänge sind zwischenzeitlich ohnehin meist fliessend.

Work-Life-Fun-Balance

Dass es immer schwieriger ist, eine Trennlinie zwischen «Work» und «Life» zu ziehen, zeigt sich ziemlich gut auf den Sozialen Medien. Hier wirkt ohnehin meist alles «funny» und «fancy». Man ist gut informiert darüber, mit welchen Themen sich Freunde und Kollegen bei der Arbeit und in ihrer Freizeit beschäftigen. Manchmal würde man sich hier gar weniger Einblick wünschen. Von subjektiven, ästhetischen Empfindungen abgesehen, ist es allerdings durchaus spannend, die Veränderung zwischen Profession und Privatheit zu beobachten. In Zeiten des mobil-flexiblen Arbeitens ist es manchmal unvermeidbar auch im Job, Einblicke in sein privates Leben zuzulassen. Denn wenn berufliche Telefonate geführt werden während man als Elternteil zum Hort hetzt, um den Nachwuchs abzuholen, ergeben sich fürs Gegenüber eventuell Fragen zunächst nach der Atemnot und im Anschluss nach den bizarren Hintergrundgeräuschen, die von Globi & Co im Autoradio herrühren.

Die digitale Vernetzung: Fluch und Segen

Plattformen wie Instagram, Facebook oder Twitter werden von manchen Menschen dienstlich wie privat genutzt. Und so vermischen sich die Dinge. Die Freundschaftsanfrage eines wichtigen Jobkontakts will man ja schliesslich nicht ablehnen. In der Folge wird dieser dann künftig auch über feuchtfröhliche Silvesterpartys, Après-Ski-Sessions und Katzen-Kinder-Hunde-Erlebnisse in Kenntnis gesetzt.

Mein Job, mein Hobby, meine Chefs

Es gab Zeiten, da hat schlicht die Hierarchiestufe im Unternehmen genügt, um die Akzeptanz und somit auch die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden sicherzustellen. Das funktioniert nicht mehr, weil diese Strukturen von den Generationen Y und Z kritisch hinterfragt werden. Zudem ist die gesamte Arbeitswelt komplexer und schneller geworden. Wer hier als Führungskraft noch reüssieren will, muss verstehen, dass Leistungsbereitschaft und Loyalität aktuell mehr an der Persönlichkeit der Vorgesetzten hängen, als am Organigrammstatus. Dies verlangt nach menschlichen Einblicken. Denn, wie es die Süddeutsche vor kurzem so treffend formuliert hat, «für einen Chefroboter strengt sich niemand mehr an, als unbedingt notwendig». Diese neue Privatheit im Job hat Auswirkungen und man sollte wirklich kritisch mit sich sein, gerade auch weil niemand mehr dieser Entwicklung entkommt. Aber manchmal lohnt es sich vielleicht doch, nicht alles zu posten und zu veröffentlichen, selbst wenn es viele Likes von den Kollegen gäbe.

Social with Media

Der Blogbeitrag ist erstmals in Originalfassung auf dem Officeblog von Witzig The Office Company erschienen.