«Wir sehen die Tendenz, dass mehr gearbeitet wird»

Zeitgemässe Arbeitsplatzmodelle fördern die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeitenden. Was vielversprechend klingt, ist in der Umsetzung gar nicht so einfach. Georg Eberle, Bereichsleiter Large Accounts bei der first frame networkers AG, über die Stolpersteine von neuen Arbeitsmodellen – und wieso es helfen kann, «faul» zu sein.    

 

Georg Eberle, seit Mitte 2019 zählt ihr zu den Work Smart Partnern. Warum dieser Schritt?

Georg Eberle: Mit dem Engagement bei der Work Smart Initiative wollen wir Know-how und Erfahrungen mit anderen Unternehmen teilen und zu einer wettbewerbsfähigen Infrastruktur in der Schweiz beitragen.

Bereits letztes Jahr habt ihr die Work Smart Charta unterzeichnet. Mit dieser bekennt ihr euch zum flexiblen Arbeiten. Wie muss man sich «FlexWork» bei den first frame networkers genau vorstellen?

Bei uns definiert die Art der Arbeit den Arbeitsort. Unsere Mitarbeitenden geniessen ein sehr hohes Mass an Eigenverantwortung in ihrer Arbeitsgestaltung. Sie entscheiden selbst, inwiefern sie Privates und Geschäftliches mischen wollen. Die einen trennen das strikt, die anderen integrieren die verschiedenen Lebensbereiche. Die einen schreiben Konzepte aus dem Home Office, andere sitzen im Büro und ziehen die Kopfhörer an. Ich orientiere mich überwiegend via Präsenzstatus in Skype for Business.

Was nützt euch flexible Arbeitsmodelle?

Die Mitarbeitenden sind motivierter und identifizieren sich stärker mit unserem Unternehmen. Jede und jeder arbeitet so, wie es am besten passt. Damit lösen wir Alltagszwänge durch Regeln und Präsenzvorgaben auf. Unsere Mitarbeitenden sind sehr zufrieden. Da schliesse ich mich persönlich ein.

Das klingt alles schön und gut – ganz so einfach ist es aber wohl nicht.

Es gibt tatsächlich einige Herausforderungen. Zunächst ist es natürlich ungewohnt, dass man nicht mehr weiss, wo wer ist. Insbesondere Vorgesetzte müssen vertrauen, dass die Mitarbeitenden es richtig machen. Man muss auch seinen Führungsstil umstellen. Greifbare Resultate werden wichtiger. Es braucht auch mehr Disziplin im Dokumentieren und Organisieren. Dazu gehören zum Beispiel die Dokumentenablage und die Kalenderführung.

Eine andere Herausforderung ist das Zeitmanagement und die Einteilung von Ressourcen. Wir sehen klar die Tendenz, dass mehr gearbeitet wird. Vor allem bei den Mitarbeitenden, die ihr Hobby quasi zum Beruf gemacht haben. Hier müssen wir als Vorgesetzte manchmal bremsend eingreifen. Ein sehr heikles Thema.

Die Führung wandelt sich von "Vorgeben" zu "Beraten". Mehr Eigenverantwortung für die Mitarbeitenden heisst auch mehr Ausbildung für die Mitarbeitenden.

Mit diesen Herausforderungen sind ja vermutlich auch eure Kunden konfrontiert.

Ja genau. Darum bieten wir auch Beratungen im Bereich «Produktivitätsmanagement» an. Es geht dabei darum, Kollaborations- und Kommunikationswerkzeuge wie zum Beispiel Microsoft Teams und Sharepoint optimal einzusetzen. Das Ziel ist, dass Mitarbeitenden tatsächlich agiler, effizienter und sicherer arbeiten. Unsere Berater vermitteln, wie und wann Mitarbeitende welches Werkzeug am besten einsetzen.

Dein bester Tipp, wie man als Organisation nicht nur flexibel, sondern auch smart arbeitet?

Ich denke, dass man smart arbeitet, wenn man sich auf Ergebnisse fokussiert. Aber auch, wenn man sich Werkzeuge zunutze macht: gerne also etwas «faul» sein und dort, wo möglich, Maschinen für sich arbeiten lassen. Und schliesslich sollte man Freiheiten, die man hat, nutzen. Dazu gehört denjenigen Arbeitsort zu wählen, an dem man seine jeweilige Aufgabe auch am besten erledigen kann.

 

 

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