Arbeitswelt der Zukunft - Auf dem Weg zur Smart Social Enterprise

Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Unsere angeborene Natur hat aber Mühe mit der Anpassung an die exponentielle Geschwindigkeit der Digitalisierung. Wie Unternehmen vom linearen Produzentendenken weg kommen und die Lücke zum Rhythmus der digitalen Welt schliessen können, zeigten der Workplace & Collaboration-Experte Bruno Messmer und sein Team in der Smart-Work-Arena auf.

Aus der Einzelstory werden ganze Erlebniswelten: Was Dr. Markus Gross, der Direktor von Disney Research, in seiner inspirierenden Keynote im grossen Konzertsaal des KKL für die Medienindustrie diagnostizierte, gilt auch für die Arbeitswelt. Auch für den Swisscom Workplace & Collaboration-Experten Bruno T. Messmer ist klar, dass die drei Schlüsselbereiche persönliche Produktivität, Team-Zusammenarbeit und Arbeitsumgebung ihr Produktivitätspotenzial nur vollständig ausschöpfen können, wenn sie zu einem ganzheitlichen Arbeitserlebnis verbunden werden.

Produzentenhirn 1.0 muss 2.0 fähig werden

Die grosse Herausforderung besteht heute darin, dass die durch die Digitalisierung angetriebenen und immer schneller werdenden Veränderungen unsere natürlichen Anpassungsfähigkeiten immer mehr überfordern. Unser vor Urzeiten in den afrikanischen Savannen evolviertes Produzentenhirn 1.0 kann schlecht mit den exponentiell steigenden Ansprüchen unseres eigenen Konsumentenhirns 2.0 umgehen, wie Messmer die sich öffnende Schere illustrierte. Als Käufer verlangen wir nach dem immer Schöneren und Besseren und die Digitalisierung erfüllt uns diesen Wunsch in einem immer schnelleren Rhythmus. Als handelnde Führungskräfte und Arbeitnehmer sind wir demgegenüber noch weitgehend im schrittweisen Tempo und linearen Denken von ehedem verhaftet.

Daten und Software überholen Arbeit und Kapital

Dabei sind die Zeichen der Zeit eindeutig: Die Banken wissen heute genau, wie grundsätzlich neue Technologien à la Bitcoin ihre bisherigen Geschäftsmodelle in Frage stellen. Der Handel merkt tagtäglich wie digitale Instant-Delivery-Modelle den traditionellen Ladengeschäften immer mehr Umsätze wegschnappen. Die Maschinenbauer brauchen nicht sehr viel Fantasie, um zu realisieren, wie der 3D-Druck ihre Märkte durcheinanderwirbeln wird. Keine Branche kann sich in Sicherheit wiegen. Die neue Erfolgsgleichung heisst Daten mal Software an Stelle von Arbeit mal Kapital. Twitter erreicht so mit viel weniger Kapitaleinsatz die gleiche Börsenbewertung wie die Credit Suisse und Snapchat den Wert von Swisscom mit einem Bruchteil der Infrastrukturinvestitionen.

Bruno Messmer machte mit Nachdruck klar: Um die Lücke zwischen unserem linearen Denken und den exponentiellen digitalen Veränderungen schliessen zu können, benötigen wir nicht nur eine agile ICT-Infrastrukturen mit automatisierten Prozessen. Genauso wichtig sind die Zusammenarbeit und die Kultur im Unternehmen sowie das Kreieren von Nutzererlebnissen.

Pragmatiker, Progressive und richtig Smarte

Auf Grund seiner Erfahrung teilt Messmer Unternehmen je nach der Phase ihrer digitalen Entwicklung in drei Gruppen ein. Die digitalen Pragmatiker nutzen die modernen Tools noch isoliert in einzelnen Bereichen. Die Progressiven haben integrierte UCC-Plattformen installiert, die sämtliche Kommunikations- und Kollaborationswerkzeuge allen Mitarbeitenden zur Verfügung stellen. Sie haben auch bereits ihre Prozesse auf die digitalen Möglichkeiten ausgerichtet. Bis zur dritten und höchsten Stufe, der Smart Social Enterprise, fehlt ihnen aber noch die Vervollständigung der interaktiven Vernetzung ohne jeden Medienbruch.

In einer Spontanumfrage teilten über 50 Prozent der Teilnehmer ihr Unternehmen bei den Progressiven ein. Als Vertreter der nur 4 Prozent, die sich bereits als smart und social bezeichnen, relativierte ein Vertreter des Technologiekonzerns IBM, dass man derzeit dorthin „gezügelt“ werde. Er und seine Kolleginnen und Kollegen werden sich im neuen Umfeld aber erst noch zurecht finden müssen. Ähnlich beurteilte Messmer die Situation bei Swisscom. Vieles sei schon verwirklicht, aber die Veränderung noch nicht abgeschlossen. Genaugenommen werde sie das auch nie sein. Denn die nächsten Technologierevolutionen tauchten etwa in Form von Virtual Reality, künstlicher Intelligenz, kollaborativen Robotern und autonomen Fahrzeugen bereits am Horizont auf.

Was bereits in den nächsten Monaten möglich wird, zeigten Messmer und seine Mitarbeitenden anhand von drei Prototypen auf:

Self Service OnBoarding

Es scheint auf den ersten Blick nichts Weltbewegendes, hat aber auf den zweiten grundlegende Auswirkungen auf die Motivation und das Engagement von neuen Mitarbeitenden: Ein Self Service OnBoarding mit dem frisch Eingestellte schon vor dem offiziellen Arbeitsbeginn ihre persönlichen ICT-Arbeitsmittel online bestellen und nach Hause liefern lassen können. So sind die Neuen nicht nur bereits am ersten Arbeitstag in die Unternehmensinfrastruktur integriert und damit sofort produktiv. Auch ihr erster Eindruck vom Service-Level der Firmen-IT und von der Effizienz der Prozesse wird sich anspornend auswirken, wie ein Arena-Teilnehmer betonte.

Location based Employee Services

Dienste welche die Standortfunktion der Smartphones nutzen, können Mitarbeitenden speziell in einer unbekannten Umgebung effektiv weiterhelfen. Der Zutritt zu Räumen oder Systemen lässt sich per NFC freigeben. Die passenden Gebäudepläne helfen, sich schnell zurechtzufinden. Experten mit einer gesuchten Kompetenz können auch an einem fremden Standort einfach gefunden und persönlich getroffen werden. So offensichtlich nützlich derartige Services sind, so herausfordernd ist ihre Umsetzung, wie ein Teilnehmer bemerkte. Vieles hänge von der Pflege der Profildaten ab.

ViCo - Virtual Collaboration

Die Zusammenarbeit in einem virtuellen Sitzungszimmer ermöglicht es, auch mit geografisch verteilten Teams Workshop-artige Meetings durchzuführen. Brainstormings, gemeinsame Datenbeurteilungen oder Diskussionen bekommen durch die Avatare eine Dynamik, die dem persönlichen Treffen entspricht und mehr Raum für die Kreativität eröffnet. Ein Arena-Teilnehmer aus einem Bundesamt erkannte durchaus lohnende Anwendungsmöglichkeiten. Die persönlichen Meetings ganz ersetzen, werden derartige virtuellen Workshops seiner Ansicht nach aber nicht

Fazit: Wir können gar nicht überleben!

Beim abschliessenden Blick in die Zukunft unserer Arbeitswelt identifizierte Messmer drei Stufen auf dem Übergang vom Wissen zum Nichtwissen: Von einigen Dingen wissen wir ziemlich genau, was auf uns zukommt. Dazu gehört etwa All-IP. Von anderen wissen wir, dass wir nicht genau wissen, was wir zu erwarten haben. Zu diesen zählt beispielsweise die IT-Sicherheit. Wir wissen, dass die Anzahl der Angriffe zunehmen wird. Welche Folgen diese zeitigen werden, können wir aber heute noch nicht abschätzen. Richtig gefährlich wird aber die dritte Stufe: die „unknown unknowns“- die schwarzen Schwäne der Arbeitswelt. Sie tauchen auf, ohne dass wir mit ihnen gerechnet haben und zeitigen Folgen, die wir uns nicht ausmalen können.

In der ad-hoc-Umfrage waren sich denn auch nur etwas über 40 Prozent der Anwesenden zu 100 % sicher, dass ihr Unternehmen die Veränderungen der Digitalisierung in der jetzigen Form überleben wird. Ein Vertreter der Maschinenindustrie relativierte allerdings die auf den ersten Blick doch eher pessimistische Zukunftssicht der Mehrheit: „Wir können in unserer bisherigen Form nicht überleben“, so sein eindrückliches Statement: „Wir werden uns zwangsläufig vollständig neu erfinden müssen!“

Möchten Sie das Thema neue Arbeitswelten mit einem Swisscom Experten diskutieren? Melden Sie sich für eine kostenlose Work Smart Session zum Thema Communication & Collaboration an. Dabei erhalten Sie einen ersten Eindruck, welchen Mehrwert die neuen smarten Arbeitswelten für Ihr Unternehmen bedeuten kann. Hier geht’s zur Anmeldung.

Diskutieren Sie mit