Coworking hat Massen­Appeal auch in der Schweiz. Wann kommt der “Cooping Space”?

2015 - Die Wende und das Big Business

In der Coworking-Szene sagt man oft, 2015 war der Wendepunkt und Durchbruch für die Bewegung, denn ab dann wurde es international zum Big Business: JP Morgan investiert 1.5 Milliarden Dollar in WeWork und revolutioniert das Business Centre; die Vize-Bürgermeisterin von Mailand verkündet die Coworking-Stadt; weltweit zählen wir über 10’000 Coworking Spaces in allen Farben und Facetten; bei vielen Firmen ist “Workplace Strategy”, “Future Workplace” und “Flex-Work” top of the Agenda - und in der Schweiz bekommt die Work Smart Initiative weiter Schwung.

Die Generation Y ist der grosse Treiber

Angefangen hat die Coworking-Innovation allerdings fern ab von grossen Organisationen und der Idee, damit Geld zu verdienen - in erster Linie waren es idealistische Treibkräfte unter Freischaffenden, die sich lieber einen Arbeitsort teilten, anstelle alleine für sich von zu Hause zu arbeiten. Dabei entstanden Mehrwerte mit Massen-Appeal: eine humanere Arbeitsform, Befreiung der 9-to-5 Romantik, Synergien unter der Community ausnutzen, einfacher an neue Aufträge kommen, sich von den Ideen anderer Coworker inspirieren lassen und so weiter. Ab 2015 gewinnt die Bewegung an Breite und grosse Organisationen erkennen in den Coworking Spaces eine Quelle der Innovation, einen neuen Kanal, mit Kunden in Kontakt zu treten und vor allem kann man damit neue Talente anlocken: Die Generation Y verlangt vom Arbeitgeber Flexibilität, Inspiration, eine sinnvolle Tätigkeit, und vor allem einen Vernetzungs-Grad, welche über den Horizont der Firma hinausreicht.

 Der Raum als Medium der Interaktion

Was bedeutet dieser Wandel für die Schweiz? Wie ich es wahrnehme, bedeutet Coworking eine tiefere Zusammenarbeit und Vernetzung über die Firmengrenze hinaus, denn die Digitalisierung stösst in Sachen soziale und professionelle Vernetzung an seine Grenzen. Es bringt mir langfristig nichts, 1000+ Business-Kontakte auf Linkedin zu haben, wenn ich die Menschen nicht persönlich treffe. Menschen wollen reale Kontakte in Fleisch und Blut, anstelle als PC-Zombie in der Matrix zu enden. Der Raum (also das Büro) dient dabei als ideales Medium der Interaktion zwischen der Firma (also deren Angestellten) und der Aussenwelt (Freischaffende und angestellte anderer Firmen). Die Firma wird im Coworking Space nahbarer und greifbarer - denn der Kontakt ist menschlicher. Im Coworking Space ist man nicht mehr die Firma und deren Interesse, sondern der Mensch und seine Motivation.

 “Ich bin auch ein Coworking Space”

Stellt sich die Frage, wer diesen Raum der Interaktion zukünftig zur Verfügung stellen wird. Natürlich wird es auch in der Schweiz bald Nachahmer oder gar Ableger moderner Business Centres à la Wework geben. Viele Büros stehen leer, neue Konzepte sind gefragt. Interessanterweise transformieren auch immer mehr (vor allem kleinere) Firmen ihre eignen Büros zu Coworking Spaces. Damit holen sie sich die Inspiration und die Interaktion mit der Aussenwelt quasi direkt in das eigene Haus, ohne dies verlassen zu müssen. Nicht ausgelastete Tische oder Meeting Räume werden der Öffentlichkeit oder einer ausgewählten User-Gruppe (Kunden, Freunden, Lieferanten) zur Verfügung gestellt. Somit werde diese Firmen automatisch Teil der Coworking Bewegung und kreieren ihr eigenes Ökosystem. Auch grössere Firmen haben diesen Reflex der Öffnung, allerdings kommen dann sofort Fragen nach Zutritts-Management und Sicherheit - aber wo Probleme entstehen, sind oft auch Lösungen nicht weit entfernt.

 Eine neue Industrie mit vielen Facetten

Coworking und die Sharing Economy der Büros ist also auch in der Schweiz angekommen. Noch lange ist nicht jeder mit dem Thema vertraut, aber bald wird das Mode-Wort Coworking bereits verschwunden sein und folgen werden neue Schlagwörter: Co-creation, Collaboration Space, Netzwerk-Büro, Collaborative Ecosystem und so weiter. Bald füllen Ihre Mitarbeiter nicht mehr den Absenz-Kalender aus, sondern den Anwesenheits-Kalender. Sie haben keine Mitarbeiter mehr sondern nur noch Coworker. Beim Stammtisch erzählen Sie nicht mehr von den Ferien, sondern von den coolen Büros, welche Sie letzte Woche gesurft haben; der Chef wird abgelöst durch den Scrum-Master; und Bonus gibt es nur noch in Form des 14. oder gar 15. Monats-Lohn. Ich übertreibe vielleicht - aber wir dürfen uns freuen auf eine neue Industrie mit Innovativen Konzepten und Ideen. Migros hat mit der Welle7 am Bahnhof Bern bereits ihren ersten Coworking Space eröffnet. @Coop - wann werden eigentlich die Coop-Restaurants an bester Lage zu Cooping Spaces?


Über PopupOffice - Ihr Zugang zu über 100 Büros und Meetingräumen

PopupOffice ist eine Buchungs-Platform für flexible Arbeitsplätze - mit der Vision, Flexibilität am Arbeitsplatz zu fördern und effizienter zu gestalten. Mit dem PopupOffice Business-Abo haben Mitarbeiter von Firmen schweizweit Zugang zu über 100 Coworking Spaces, Business Center, Meetingräumen und anderen mobilen Arbeitsplätzen. Mit nur zwei Klicks ist ein freier Arbeitsplatz gebucht – für eine Stunde oder einen ganzen Tag. PopupOffice wurde 2015 von Mathis Hasler und Philipp Dick gegründet. Es ist Netzwerkpartner der Work Smart Initiative und ein offizielles Projekt der KTI (Kommission für Technologie und Innovation). Nach einer erfolgreichen Test-Phase mit Swisscom, AXA-Winterthur und Microsoft, können nun auch andere Firmen vom Angebot profitieren.

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