Das Schlagwort "Agilität" ist heute in aller Munde

Agilität ist kein neues Thema, sondern hat eine lange Tradition. Aber der aktuelle Wandel, der auf allen Ebenen des Marktes stattfindet, zeigt sich von einer ganz neuen Seite. Dieser Wandel ist sprunghaft, überraschend, irrational... ja, fast schon revolutionär. Bestehende Technologien, Produkte und Serviceleistungen werden verdrängt. Zudem rücken auf Seiten der Mitarbeitenden verstärkt Faktoren wie Selbstverwirklichung, Teamwork, Kreativität und Mitbestimmung in den Mittelpunkt.

Ist Agilität die Lösung? Aber was ist Agilität eigentlich? Und wie hilft uns eine agile Haltung, diesen Herausforderungen auf allen Ebenen erfolgreich zu begegnen?

Was ist Agilität? Der renommierte Professor Steven L. Goldmann definiert Agilität als die Fähigkeit eines Unternehmens, sich kontinuierlich an seine komplexe und unsichere Umwelt anzupassen. Nur durch die Entwicklung dieser Fähigkeiten gelingt es dem Unternehmen, Veränderungen rechtzeitig zu antizipieren, sich selbst als innovativer, offener, veränderungs- und lernwilliger Akteur einzubringen und schlussendlich sein Wissen an andere Schlüsselfiguren zu vermitteln.

Niemand rüttelt mehr an der Tatsache, dass unser Umfeld sehr komplex ist und komplexer Lösungen bedarf. Einfache Lösungen sind niemals eine erfolgreiche Antwort auf komplexe Probleme. Studien haben gezeigt, dass Agilität den Umgang mit dieser Komplexität vereinfacht. Eine fundamentale Basis für das allgemeine Agilitätsverständnis bildet dabei das „Agile Manifest“.

Agiles Manifest. Ein Manifest für Agilität werden Sie sich fragen, was ist das? Es handelt sich um ein Werte-Gerüst mit den folgenden Kernpunkten:

  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
  • Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans 

Wie kann ein Unternehmen nun diese allgemeinen Grundwerte auf sich übertragen?

Es gilt zu unterstreichen, dass der Übergang von einem klassischen in ein agiles Unternehmen ein Umdenken auf mehreren Dimensionen mit sich bringt. Die von agilen Unternehmen verfolgte Strategie zielt auf eine radikale Orientierung am Wert des Kunden und an seinem Nutzen.

Von inside-out (klassisch) zu outside-in (agil). Der Fokus einer agilen Unternehmensführung ist nach aussen gerichtet, er orientiert sich maximal am Kundennutzen. Kundenorientierung bringt es mit sich, dass man gezielt auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht und ihr Feedback permanent und in kurzen Zyklen bereits in den Innovationsprozess involviert. So denken wir konsequent von aussen nach innen und nicht umgekehrt. 

Diese Strategien ermöglichen es, das Angebot so weit wie möglich am den Kunden auszurichten. Denn wir wissen alle: Ohne Kunden kein Gewinn! Diverse Tools, wie z.B. wie Personas, die NABC-Methode oder eine Customer Empathy Map können uns dabei in der täglichen Arbeit unterstützen. Dieses Vorgehen hilft erfolgsrelevante Faktoren auf den Punkt zu bringen und optimale Lösungsansätze zu konkretisieren.

Definieren Sie ein Agilitätsverständnis für Ihr Unternehmen. Was wollen Sie gemeinsam erreichen, bewegen, verändern, stärken? Bilden Sie die Grundlage und entwickeln Sie gemeinsam das Agilitätsverständnis für Ihr Unternehmen, geben Sie der Agilität einen klaren Charakter. Arbeiten Sie mit Ihren Mitarbeitenden vor allem am Mindset, denn es geht um eine veränderte Haltung, um das Ändern von Gewohnheiten. Natürlich sind Tools und Methoden wichtig, aber es kommt vor allem darauf an, dass wir neben dem „doing agile“ auch das „being agile“ verinnerlichen.

Bei der Mobiliar haben wir unser mobiliarspezifisches Agilitätsverständnis definiert, gehen Schritt für Schritt unseren Weg und nutzen die Chancen, die daraus entstehen – für unsere Kunden, unsere Mitarbeitenden und die Gesellschaft.  

Setzen Sie die Hebel in Bewegung, damit die Anpassung an wechselnde Markterfordernisse kein Hindernis sondern eine Chance ist. Viel Erfolg!

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