Die Woche im Zeichen von Work Smart

„Die alte Bürowelt liegt im Sterben“ so lautet der Titel eines Artikels vom Tagesanzeiger letzte Woche. Flexible Arbeitsformen liegen im Trend – Mitarbeitende sollen von ihrem Zuhause aus auf ihre Unterlagen zugreifen oder sich in Videokonferenzen einwählen können. Damit sollen Prozesse flexibilisiert werden, um sie besser auf die Mitarbeitende abzustimmen. Viele Unternehmen sind noch nicht so weit oder stehen noch am Anfang. Und genau hier soll die Work Smart Initiative greifen, die von Microsoft Schweiz, Die Mobiliar, Die Schweizerische Post, SBB, Witzig The Office Company, die SRG SSR und Swisscom getragen wird. Was genau die Ziele sind und was uns in der ersten Work Smart Week erwartet, verrät uns Bigna Salzmann-Stoffel von Swisscom Corporate Responsibility.

 

Liebe Bigna, was genau ist die Work Smart Initiative und was sind die konkreten Ziele?

Die Arbeitswelt verändert sich: Neue Technologien, vielfältige Lebensmodelle und veränderte Wertvorstellungen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Denn heute muss die Arbeit nicht mehr ausschliesslich im Büro und zu fixen Zeiten erledigt werden. Mitarbeitende können zuhause oder unterwegs auf ihre Unterlagen zugreifen oder sich in Meetings und Videokonferenzen einwählen. Daraus ergibt sich die Chance, Prozesse zu flexibilisieren, sie besser auf die Lebenswirklichkeit der Mitarbeitenden sowie die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Viele Unternehmen wollen diese Chance packen, doch oft fehlen ihnen wichtige Voraussetzungen, um flexible Arbeitsformen einzuführen, zu nutzen und zu fördern. Die Work Smart Initiative ist eine Weiterentwicklung des Home Office Day und will flexible Arbeitsformen in der Schweizer Wirtschaft fördern. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Charta bekennen sich die Unternehmen zu drei Hauptzielen: motivierende Rahmenbedingungen für die Mitarbeitenden schaffen, den Arbeitsmarkt zur Rekrutierung von Fachkräften besser erschliessen sowie Energie, Gebäude und Verkehrsinfrastrukturen smarter nutzen und diese gleichmässiger im Tagesverlauf auslasten. So profitieren Mitarbeitende von mehr Freiraum und Lebensqualität und Unternehmen von grösserer Produktivität.

Besteht nicht die Gefahr, dass aufgrund der flexiblen Arbeitszeit vom Mitarbeitenden eine Rund-Um-Erreichbarkeit erwartet wird? Und wo sonst siehst Du Gefahren, die es zu berücksichtigen gilt?

Die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit, ständige Erreichbarkeit, respektive Verfügbarkeit sind tatsächlich eine grosse Herausforderung für Vorgesetzte und Mitarbeitende, die mobil arbeiten. Dies zeigt auch die aktuellste Studie der FHNW: Je flexibler gearbeitet wird, desto wichtiger wird es, die Auslastung der Mitarbeitenden nicht aus dem Blick zu verlieren und desto mehr müssen Teams selber regulieren (vgl. GeMobAU Studie). Es ist jedoch nicht zielführend, dieser Herausforderung mit technischen Lösungen zu begegnen oder die Mitarbeitenden zu bevormunden. Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeitenden zu einem eigenverantwortlichen und gesunden Umgang mit den neuen technischen Möglichkeiten zu befähigen. Die Work Smart Initiative hat hierfür einen Leitfaden für Führungskräfte entwickelt und eine Sammlung von Tipps für Mitarbeitende auf der Work Smart Initiative Website zur Verfügung gestellt. Bei Swisscom stellen wir einen internen Leitfaden zur Verfügung und geben damit ein konkretes Statement zu den Möglichkeiten und Rahmenbedingungen dieser Arbeitsformen ab.

Zudem arbeitet das BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) an einem Projekt namens Offtime. Eine weitere Projektgruppe ist daran, das Bewusstsein für den Umgang mit Mediennutzung zu schärfen und Mitarbeitende zu sensibilisieren, ihre eigenen Ressourcen bewusst einzusetzen. Themen wie Konzentration, Produktivität, Pausen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Weshalb ist es für Swisscom wichtig, bei der Work Smart Initiative dabei zu sein?

Work Smart kommt Menschen und der Umwelt entgegen, zwei Aspekte, die uns als Swisscom wichtig sind: Smartes Arbeiten erlaubt unterschiedliche Anforderungen und Interessen unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig einen vernünftigeren Umgang mit Mobilität. Swisscom bietet mit modernen Kommunikationslösungen und entsprechender Vernetzung die technische Grundlage um smartes Arbeiten überhaupt zu ermöglichen. Neue Arbeitsmodelle sind bei Swisscom für die meisten Mitarbeitenden Alltag, unsere Erfahrungen möchten wir teilen. Deshalb begleitet Swisscom Kunden und Mitarbeitende im Umgang mit neuen Arbeitsformen und -welten. Zudem möchte Swisscom mit ihrem Wissen die Entwicklung flexiblerer Arbeitsmodellen fördern und aktiv mitgestalten.

Wie wird denn bei Swisscom Work Smart gelebt? Und gilt das für alle Mitarbeitende?

Ziel von Work Smart ist es, seinen Arbeitsplatz und seine Arbeitszeiten den Aufgaben und Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Wir stellen unseren Mitarbeitenden dafür geeignete Infrastruktur zu Verfügung: Mit dem konzernweit vereinigten Intranet und UCC haben wir das Fundament dafür gelegt. Seit einem Jahr nutzen wir die Collaboration-Plattform für die smarte Zusammenarbeit im Team, mit Kollegen und mit Externen. Die Anwesenheit im Büro, Begegnungen in den Teams, der Austausch mit anderen Mitarbeitenden und die Möglichkeit der Vernetzung sind prägende Bestandteile unserer Kultur. Mobiles Arbeiten zu Beispiel von zu Hause, unterwegs oder sogenannten Third Spaces ist dementsprechend eine Ergänzung zur Arbeit an einem fixen Arbeitsplatz. Rund zwei Drittel aller Mitarbeitenden von Swisscom haben die Möglichkeit von mobilen Arbeitsformen zu profitieren. Ausgenommen sind Mitarbeitende, die im direkten Kundenkontakt stehen und somit an Präsenz- und Ladenöffnungszeiten gebunden sind.

Was dürfen wir diese Woche erwarten und auf welchen Anlass freust Du Dich am meisten?

Das Ziel der Work Smart Week ist es, mit neuen Impulsen möglichst viele Unternehmen für smartes Arbeiten zu begeistern und sie zu befähigen, motivierende Rahmenbedingungen für eine selbständigere Arbeitsgestaltung zu schaffen. Während dieser Woche werden Fachreferate, Fallbeispiele und Workshops auf das Thema Work Smart aufmerksam machen und Entscheidungsträger erhalten die Gelegenheit, sich vertieft mit flexiblen Arbeitsformen auseinander zu setzen. Am meisten freut es mich, dass zahlreiche Organisationen und Unternehmen eigene Events für die Work Smart Week gemeldet haben. Und natürlich bin ich besonders gespannt auf den Freitag; gemeinsam mit Experten aller Partnerunternehmen werden wir bei einem Business Breakfast die wichtigsten Fragen der Woche aufgreifen und einen Blick in die Zukunft wagen. Den Anlass können Interessierte auch als Webcast mitverfolgen.

Was glaubst denn Du, wohin uns die Bewegung führt? Angefangen haben wir mit starren Arbeitsstrukturen, vor ca. fünf Jahren kam dann „Home Office“ ins Spiel und nun heisst es „Work Smart“. What’s next? ;-)

Was Work Smart wohl in Zukunft bedeutet? Eine gute Frage, die wir am Abschlussevent vom Freitag aufnehmen!

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