Hochschulen als Vorbilder

Schweizer Fachhochschulen und Universitäten generieren viel Mobilität. Sie sind dabei sowohl für flexible Arbeitsformen wie auch hinsichtlich des Mobilitätsmanagement vorbildlich.

Beginnen wir mit dem Mobilitätsmanagement. Einerseits entsteht durch die Nachfrage ihres Angebots die Mobilität der Studierenden und andererseits in ihrer Rolle als Arbeitgeber natürlich auch die Mobilität der Mitarbeitenden. Kantone und Bund verlangen von den Hochschulen in der Regel eine Nachhaltigkeitsstrategie, zu welcher ein entsprechendes Mobilitätskonzept gehört. In Gesprächen mit den Hochschulen habe ich den Eindruck gewonnen, das dieses Mobilitätsmanagement auf sehr hohem Niveau stattfindet. Insbesondere die Eidgenössische Technische Hochschule École polytechnique fédérale de Lausanne EPFL darf als Best Practice für Hochschulen betrachtet werden. Bereits seit vielen Jahren erheben sie jährlich die Mobilität ihrer Studierenden und Mitarbeitenden. Sie wissen, um welche Zeit ihre Leute reisen und mit welchem Verkehrsmittel - heruntergebrochen auf die Saison. Sie ergreifen gemeinsam mit den Studentenorganisationen Massnahmen, um die Mobilität so zu gestalten, wie es in den strategischen Zielen festgelegt ist. Sie reduzieren den CO2 Ausstoss, in dem sie das Velo und den öV fördern und andere Verkehrsmittel weniger attraktiv machen (z.B. durch die Erhöhung von Parkplatzpreisen). Das sind klassische Instrumente des Mobilitätsmanagement. Aber sie gehen darüber hinaus: Sie haben auf ihrem Campus einen Veloreparaturservice eingerichtet, bieten Bikesharing und Cargobikes an, stellen Duschen zur Verfügung und beteiligen sich an öV Abos. Durch den Abschluss von Kooperationen mit weiteren Partnern kommen die Studierenden und Mitarbeitenden in den Genuss von Rabatten auf nachhaltigen Mobilitätsangeboten. Auch kommunikativ setzen Sie Massnahmen um. So haben sie eine Kampagne für Sicherheit und eine Kampagne für das gute Zusammenleben verschiedener Verkehrsmittel umgesetzt, damit sich auch Fussgänger nach wie vor wohlfühlen. Die Informationen finden sich auch auf ihrer Homepage https://developpement-durable.epfl.ch/velo

Nun zu den flexiblen Arbeitsformen. Eine Eigenheit der Hochschulen ist es, dass das Personal sehr flexibel arbeitet. Ein Freund von mir ist Professor an der Universität Zürich und kürzlich bin ich seiner Arbeitsform auf die Schliche gekommen. Arbeitseinheit bildet da nicht die Arbeitswoche mit ihren Werktagen, unterbrochen durch 2 Tage Wochenende und 4-5 Wochen Ferien, sondern die beiden Semester mit Semesterferien dazwischen. Während des Semesters arbeitet er meistens an 7 Tagen pro Woche, häufig auch Abends. Dafür hängt er die Arbeit während den Semesterferien so lange wie möglich an den Nagel und ist häufig unterwegs. Wie viele Stunden er arbeitet, erfasst er vermutlich nicht, wie dies im Kader häufig der Fall und gesetzlich auch erlaubt ist. Er teilt sich ein Büro mit ein paar Zimmern mit seinen Assistenten. Präsenz ist unwichtig, jeder arbeitet, wann und wo die Person nun einmal am besten arbeiten kann. Das Ergebnis zählt und das Ergebnis ist relativ einfach zu erkennen: Studenten unterrichtet, Prüfungen abgenommen, talentierte Doktoranden engagiert, Dissertationen betreut, wissenschaftlicher Artikel publiziert. Check. Das macht einem Dekan Freude. Um welche Zeit jemand ins Büro kommt, könnte nicht unwesentlicher sein. Ausser natürlich man hat eine Vorlesung, an die Stundenpläne muss man sich halten.

Die Stundenpläne sind einer von verschiedenen Gründen, weshalb wir den Kontakt zu Hochschulen suchen. Wir regen an, Vorlesungszeiten smart zu planen. Das heisst, dass grosse Vorlesungen so geplant werden, dass eine An- und Rückreise ausserhalb der Stosszeiten möglich ist und dass möglicherweise die Vorlesung auch per Streaming mitverfolgt werden kann. Denn neben einer Verhaltensänderung bei denjenigen, die heute bereits flexibel arbeiten können, möchten wir auch Rahmenbedingungen ändern. Und so auch Studierenden, die an Vorlesungszeiten gebunden sind, das smarte Pendeln ermöglichen.


Haben Sie Mitarbeitende, die gerne ausserhalb der Stosszeiten pendeln würden, aber nicht wissen, wie sie das am besten angehen sollen? Auf unserer Seite www.sbb.ch/pendeln haben wir ein Eingangstor für all diejenigen geschaffen, die gerne mit mehr Selbstbestimmung pendeln würden. Dies entlastet persönliche und öffentliche Ressourcen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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