Smart arbeiten in kreativer Umgebung

Das Zusammentreffen von Menschen unterschiedlichsten Alters und divergierenden Arbeitsweisen am Arbeitsort Büro ist nichts Neues. Der rasante Veränderung der Technik in den letzten Jahrzehnten vermögen oder wollen nicht alle Anwender im selben Masse folgen. Damit klaffen die Erfahrungshintergründe und der natürliche Umgang mit der bereitgestellten Technik weit auseinander.

Das bestätigt auch eine Umfrage des bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel zum Thema Generationenwünsche und Arbeitsplatzgestaltung unter Personalleitern im 2013. Die Studie kommt zum Schluss, dass viele Unternehmen noch ein grosses Stück des Wegs zur Umsetzung neuer Formen der Arbeit vor sich haben.

Welche Bürokonzepte braucht es für das smarte Arbeiten?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Arbeitsumgebung einen direkten Einfluss auf die Bewegung, Begegnung und Kommunikation der Mitarbeiter und damit sowohl auf deren Kreativität als auch Effizienz hat. Der Einfluss des Raumes auf den Denk- und Arbeitsprozess konstituiert sich aus drei Faktoren: die Funktionalität des Designs, die Bedeutung der Räumlichkeiten und der Objekte im Raum und die Ästhetik.

Analyse vor Gestaltung

Je nach Ausgestaltung dieser drei Faktoren werden die Mitarbeitenden bei der Ausübung ihrer Aufgaben unterstützt oder gehemmt, wobei die Funktionalität einen deutlich höheren Stellenwert als die Ästhetik einnimmt. Funktionalität wirkt sich langfristig auf die Bewegung, Begegnung und Kommunikation der Mitarbeiter aus, während die Ästhetik tendenziell nur kurzfristig positive Effekte erzielt. Aufgrund dessen ist es wichtig, die funktionellen Arbeitsmuster der Mitarbeitenden zu analysieren.

Beispiele erfolgreicher Gestaltung

Ein gutes Beispiel für ein Umfeld, in dem die neue Disziplin tagtäglich gelebt wird, sind Start-ups, die sich Arbeitsräumlichkeiten in Co-working Spaces, Technoparks oder Impact-Hubs teilen. Dort treffen kreative, talentierte Experten unterschiedlichster Disziplinen aus der Praxis und der Wissenschaft aufeinander.

Büro als Hub

Bei Microsoft fungiert das für die Mitarbeiter wie ein Hub. Die Räumlichkeiten dienen in erster Linie der persönlichen Begegnung und dem informellen Austausch. Ergänzend zur Arbeit im Büro können Microsoft-Beschäftigte auch zuhause oder an anderen Standorten arbeiten. Deshalb gibt es kaum noch persönlich zugewiesene Arbeitsplätze. Die so gewonnene Fläche wird für flexible Zonen, Kommunikations- und Projekträume genutzt.

Büro als WG

Die Google-Standorte haben dagegen eher Wohngemeinschafts-Charakter. Um Spontanität und den kreativen Austausch im Team zu unterstützen, motiviert Google seine Mitarbeiter möglichst viel Zeit im gemeinsamen Büro zu verbringen. Die Mitarbeitenden haben einen persönlich zugewiesenen, territorialen Arbeitsplatz. Ergänzt werden die Schreibtische durch unterschiedliche, gemeinschaftlich nutzbare Zonen, weshalb die persönlich zugewiesenen Arbeitsplätze meist kleiner ausfallen als in konventionellen Büros.

Büro als Begegnungsort

Jenseits der skizzierten Unterschiede gibt es auffällige Gemeinsamkeiten: Durch den Einsatz neuer Kommunikationsformen wird der gemeinsame Bürostandort nicht ersetzt, aber er verändert seine Funktion und sein Erscheinungsbild. Generell scheint die Nutzung sozialer Software und der Einsatz von UCC-Hilfsmitteln ein Umdenken im Hinblick auf die Funktion, die Gestaltung und die Wertschätzung der physischen Arbeitsplätze zu forcieren.

Der Weg zum smarten Arbeiten

Der kurze Weg ist die Kopie eines bestehenden Arbeitskonzeptes. Der bessere Weg findet das richtige Konzept für das eigene Unternehmen. Basierend auf der Unternehmenskultur, dem Workflow des eigenen Unternehmens und den Mitarbeitenden wird eine massgeschneiderte Arbeitswelt konzipiert. Diese bringt den grossen Vorteil mit sich, dass sie Identität stiftet und auch authentisch erscheint.

Das Büro von Morgen

Mit der Entgrenzung des Arbeitsortes und neuen Arbeitszeit-Modellen verliert der physische Arbeitsplatz an Relevanz. Das effiziente Büro von morgen ist weniger Bestimmungsort, sondern Anker und Quelle für Kreativität, Identität und Inspiration. Mitarbeitende wollen stolz sein auf „ihr“ Unternehmen und „ihren“ Arbeitsplatz. An den Bürolayouts wird die Unternehmenskultur ablesbar sein.

Diskutieren Sie mit