Wann kommt endlich die gute neue Arbeitswelt?

Fachkräfte sind rar – sie haben hohe Ansprüche und bewerten das Unternehmen, im dem sie arbeiten wollen, kritisch.

Heute gilt im Kampf der CEOs, was der Schweizer Xing-CEO Thomas Vollmoeller auf den Punkt bringt: „Eine Firma muss um gute Mitarbeiter kämpfen – Löhne sind das letzte Machtmittel der Chefs“.
Wenn das letzte Pulver verschossen ist, ist es höchste Zeit für Neues. Unternehmen, für die Nachhaltigkeit, flexible und smarte Arbeitsformen sowie Vereinbarkeit selbstverständlich sind, werden für Arbeitnehmer attraktiv.

Merkmale der neuen Arbeitsformen

  • Gleiche Arbeit, gleicher Lohn und Zeit für die Kinder anbieten: Dann bleiben die fähigen Frauen und Männer auch während und nach der Familienphase im Job und sind bereit für Kaderpositionen. 
  • Neue Arbeitsformen und ortsunabhängiges Arbeiten für alle: Mit der Digitalisierung wird dies heute Realität und kann sofort umgesetzt werden. Unternehmen, die die Work Smart Charta unterzeichnen, den GAV einhalten und Job- und Top-Sharing ermöglichen, sind besonders attraktiv. 
  • Nachhaltiges Personal-Management und Weiterbildung ein Leben lang: Mitarbeitende fördern und ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Talente innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln. Auch älteren Mitarbeitenden sollte der Zugang zu neuen Formen von Weiterbildungen geöffnet werden. Mit Informa sparen Unternehmen dabei viel Geld und Zeit und haben die richtigen Talente im Haus.

Geld allein reicht nicht mehr
Wie lange dauert es noch, bis sich die Werte auch im Kopf von Aktionären und Verwaltungsräten festsetzen? Wann werden die Anreizsysteme auf Nachhaltigkeit im Unternehmen, Diversity, Vereinbarkeit und ein sorgfältiger Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden ausgerichtet?
 
Was aber, wenn Geld und andere monetäre Anreize allein den dringend gesuchten Fachkräften nicht mehr reichen? Es gibt unter den insgesamt 586 214 Unternehmen in der Schweiz (Stand 2016, bfs) bereits 426 Unternehmen, die einzelne oder mehrere dieser Werte freiwillig und erfolgreich umsetzen. Aktuell sind bei 253 Unternehmen insgesamt 6 213 Stellen offen.
 
Generation Y wird ungeduldig und geht auf die Strasse
Die Millennials sind überzeugt: Eine freie Marktwirtschaft fördert auch das Wohl des Planeten und lässt neue Business-Modelle entstehen, in denen CO2 gebunden wird oder die Plastikinseln aus den Ozeanen entfernt werden. Über das ewige Zögern der alten Herren in den Führungsetagen von Schweizer Unternehmen und die unveränderte Geldgier der Aktionäre sind sie enttäuscht. Das ist die Kernaussage der diesjährigen Deloitte Survey 2018 zum Befinden der Millennials, die wir endlich mal ernst nehmen sollten. 
Sie erwarten gerade von den Wirtschaftsführern und Unternehmensstrategen, dass sie rasch, freiwillig und entschlossen handeln. Es sei zynisch, wenn die Chefs, die heute selber Ü50 sind und durch ihre eigenen Renten und Vermögenswerte längst abgesichert sind, einfach weitermachen wie bisher und ihre Renditen einstreichen. Millennials wissen: Saubere Luft und reines Wasser lassen sich nicht bis 2050 bunkern.


Checkliste für HR im War for Talents

Die Fach- und Führungskräfte fragen bei den Unternehmen nach:


1. Macht dieser Job Sinn (macht er die Welt besser oder wenigstens  nicht schlimmer, dreckiger etc.)?

2. Kann ich mal Kinder haben, ohne dafür vom Unternehmen bestraft zu werden?

  • Kann ich Teilzeit arbeiten, während die Kinder klein sind, und später wieder voll einsteigen?
  • Kann ich mein Arbeitspensum meinen privaten Lebenssituationen anpassen (kranke Eltern pflegen, Kinder betreuen etc.?)
  • Kann ich danach weiter Karriere machen?
  • Kann ich während der Familienphase auch Weiterbildungen machen und anschliessend einen neuen Job übernehmen?
  • Werde ich einfach entlassen, wenn ihr mich nicht mehr braucht?
  • Gibt es einen nachhaltigen Umgang mit den Fachkräften oder arbeite ich in einer «Hire & Fire» Company?
     

Weiterführende Links

Der Text ist in voller Länge im IT business 04/2018 erschienen.

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